Weidener Literaturtage 10. bis 13. Mai 2007

Fotos von Sabina Naber und Karin Wilck



Nach einem Jahr Vorfreude (die Einladung zum Festival mit dem Thema "Österreichische Literatur" erfolgte bereits im Mai 2006) breche ich frühmorgens auf in die Oberpfalz ...


... und zwar exakt nach Weiden, nahe der tschechischen Grenze (im Bild der Marktplatz mit
den Renaissance-Giebelhäusern).


Es ist mir egal, dass ich den Koffer noch hinter mir herschleppe - ich muss ausgiebig das pure 16. Jahrhundert bewundern.


Das Alte Rathaus (1539 bis 1548) mit Glockenspiel.


Der Eingang zum Alten Eichamt.


Mein Hotel beim Unteren Tor.


Bevor es zum Eröffnungsabend geht, genehmige ich mir noch einen Kaffee - und schätze mich glücklich, dass ich durch meine Lesereisen ständig neue Juwele an Städten und Gegenden kennenlerne.


Beim gemeinsamen Essen im Alten Eichamt lernen wir ÖsterreicherInnen einander kennen - die Mehrzahl der Kontakte ist neu, kommen wir doch aus den unterschiedlichsten Bereichen und Genres (auf die einzelnen Personen gehe ich später ein).


Auf dem Weg zum Auftaktabend erklärt uns Bernhard M. Baron, "Mister Literaturtage" (links), die Stadtgeschichte - im Bild erkennbar (v.l.) Rosemarie Marschner, Lisa Mayer, Brita Steinwendtner, Mary Baron, Cornelius Hell, Herbert Rosendorfer und Michael Forcher.


In der Max-Reger-Halle (M. R. ist einer der berühmten Söhne von Weiden) findet ein besonderer Leseabend statt - passend zum Thema Österreich ...


... Senta Berger liest Alfred Polgar.


Ein kleines Bier zum Abschluss (oder zum Start ...) muss schon noch sein - im Bild Michael Forcher, Haymon-Verlag, und Herbert Rosendorfer. Zwei Einakter von ihm habe ich einst inszeniert, das gibt Gesprächsstoff :))


Am nächsten Morgen stehen Schullesungen auf dem Programm - ich habe mir zur Sicherheit (zwecks mangelnder Jugendfreiheit meiner Texte) Erwachsene ausgesucht, und zwar die Unteroffiziersschule.
Im Offizierskasino plaudere ich zuerst mit Kommandeur Oberstleutnant Bernd J. Henn und ......... .......... ......... ......


Dann lerne ich meine ZuhörerInnen kennen - etwa 150 UnteroffiziersanwärterInnen (etwa 10 % Frauen).


Nach der Lesung folgt eine interessante Diskussion - der ganze Besuch bei der Bundeswehr ist eindrücklich.


Nach diesem spannenden Vormittag (wir erzählen einander detailgenau unsere Erlebnisse mit unseren "SchülerInnen" jeden Alters) geht es mit dem Bus ...


... über die Nahe Grenze nach Tschechien, das mit unterschiedlichsten Gesichtern aufwartet - hier mehr jenes mit Entwicklungspotenzial.


Kurz danach fahren wir in Marienbad ein - frisch renovierte K&K-Architektur blendet uns.


Im Zuckerguss des Hotels "Bohemia"
essen wir zu Mittag ...


... leider pflegt man auch hier schon die Unart, Bussgruppen furchtbares Massenessen vorzusetzen. Dieser Rindsbraten mit Knedlicky war tatsächlich einzigartig, bei keinem meiner bisherigen Besuche in Tschechien habe ich je so etwas gegessen ...


Doch der Spaziergang im Kurpark versöhnt
mich dann wieder.


Vorbei an kuscheligen, romantischen Ecken geht es dann zum ...


... Schloss Königswart, einem Wohnsitz von Fürst Metternich.


Zeit für ein Gruppenfoto.


Herbert Rosendorfer versenkt sich in den Anblick von Metternich.


DER Verhandlungs- und Unterzeichnungstisch von Metternich.


Ein Teil der riesigen Bibliothek Metternichs.


Am Abend ist unser Ziel Weidens Altes Schulhaus (jetzt Stadtmuseum) aus dem Jahr 1566 ...


... und zum Glück strömen auch viele andere dorthin, denn es ist der Abend ...


... der ersten Gruppenlesung mit (v.l.) Marlene Faro, S. N., Peter Rosei und Andrea Winkler. Bernhard M. Baron (l.) führt uns ein.


Der Büchertisch wird gestürmt ...


... und ich bin beglückt, dass auch mein "Baby",
das ja noch nicht sehr alt ist, gut ankommt ...


... so signiere ich mit Freuden Buch um Buch!


Anschließend gehen wir zwei Stockwerke tiefer in den Burgenlandkeller (heißt so, weil dort Weine von der Partnerstadt Weiden am See im Burgenland lagern) ...


... weil wir gemeinsam mit Bernhard M. Baron (im Bild mit seinen Söhnen Alexander und Tobias sowie seiner Frau Mary) auf Mitternacht warten, denn da wird er sechzig Jahre alt!


Wir nützen die Zeit für angeregte Gespräche - so überlegen Ernst A. Grandits (im Anschnitt), Ernst Fischer, Michael Forcher und ich, in welche Richtung unsere Podiumsdiskussion am nächsten Tag gehen könnte.


Schließlich dürfen wir endlich anstoßen!


Der Abend wird noch feuchtfröhlicher und lauter, artet zur Party aus ...


... man trinkt Bruderschaft ...


... und diskutiert bis in den frühen Morgen über Politik.


Passend zum daraus resultierenden, leichten Jetlag präsentiert sich der nächste Morgen mit Regen, als ich zum Gebäude der Zeitung "Der neue Tag" marschiere.


Dort nehmen wir - Herbert Rosendorfer (Autor), Brita Steinwendtner (Autorin), Ernst A. Grandits (3-Sat), Michael Forcher (Haymon-Verlag) und Ernst Fischer (Uni Mainz) - auf dem Podium Platz, um zum Thema "Gibt es österreichische Literatur?" zu diskutieren.


Das Publikum ist hochkarätig (der österreichische Kulturattaché in Deutschland ist extra angereist) und interessiert ...


... wir einigen uns schließlich, dass es
sie gibt :)))) ...


... und freuen uns, dass wieder der
Büchertisch gestürmt wird.


Anschließend marschieren wir alle zum Alten Rathaus, wo die Blasmusik Bernhard M. Baron einen großen Empfang bereitet ....


... denn er wird mit seinem 60. Geburtstag auch offiziell in die Pension verabschiedet (im Bild überreicht Bürgermeister Lothar Höher eines der vielen Rotwein-Geschenke :))).


Ein üppgies Wiener Buffet und guter Wein geben uns, mir den Rest - ich hole am Nachmittag etwas Schlaf nach ...


Am Abend entdecke ich auf dem Weg zur Lesung der KollegInnen eine tolle Botega, die ich allen WeidenbesucherInnen ans Herz legen möchte, und zwar Fleischgasse 4 (im Bild
Chefin Annemarie Schäffer) ...


... aber auch romantsiche Gässchen ...


... und tolle Ecken - im wahrsten Sinn
des Wortes.


Die zweite Gruppenlesung findet in der Regionalbibliothek statt, die im Waldsassener Kasten (18.Jht.) untergerbracht ist.


Irgendwie ist der Ort besonders passend, war er doch bis in die jüngste Vergangenheit ein Gefängnis; hier in diesem Hof wurde noch in den 30er-Jahren ein Todesurteil vollstreckt.


Das Dachgeschoss ist gerammelt voll ...


... und ich merke erfreut, dass es nicht nur unter der KriminalautorInnen Solidarität gibt. Viele KollegInnen sind da, neben mir im Bild Lisa Mayer und Rosemarie Marschner sowie Bernhard M., Tobias und Mary Baron.


Es lesen Kurt Bracharz, Julia Kröhn, Angelika Reitzer, Michael Stavaric und Brita Steinwendtner.


An diesem Abend brauchen wir im Alten Eichamt ...


... den ganzen Gastraum ...


... ein besonders spannendes Gespräch führe ich mit Frank (Major der Bundeswehr, noch an der Heersunteroffiziersschule Weiden) und Moni Gotthardt, die erst nach der Wende aus dem ehemaligen Osten in die Oberpfalz kamen; mit im Bild Mary Baron.


Am nächsten Morgen ist es dann schon wieder so weit - viel zu schnell ist die Abreise gekommen. Man beachte den tollen Blumenstrauß; ich habe ihn von den Soldaten bekommen, er wird noch eine Woche halten.


Die dritte und letzte Gruppenlesung findet
im Kunstverein statt.


Hier gelingt mir endlich ein Schnappschuss von
Karin Wilck, die uns die ganzen Tage begleitet hat und wunderbare Bilder macht (siehe Hinweis später).


Gespannt verfolgen wir die Lesungen von ... .


... Cornelius Hell, Lisa Mayer und Rosemarie Marschner.


Danach gibt es qualitativ hochwertiges, sensationelles fingerfood - z. B. Tafelspitzscheiben mit frischem Kren auf Schwarzbrot, Grammelbällchen, Schnittlauchbrot, Marillenknödel auf Spießchen ...


Wirt Robert Hammer in Aktion beim Tafelspitzschneiden.


Wir schwelgen und plaudern - mit ein bisschen Wehmut, denn jetzt wären wir erst so richtig zusammengewachsen (im Bild Lisa Mayer, Kurt Bracharz, Cornelius Hell und Veit Wagner, Initiator des Weidener Filmclubs.


Tolle Jazznummern versetzen uns in Chillout-Stimmung (im Bild Mary Baron).


Doch so wunderbar alles ist, die Zeit rinnt unerbittlich.


Bei der Zugfahrt bin ich glücklicherweise nicht sofort völlig auf mich selbst zurückgeworfen - die erste Strecke verbringe ich mit Alexander Baron - er zeigt mir dann auch noch eine dreiviertel Stunde lang Regensburg.


Im Zug nach Wien schließlich lerne ich Margret Schmitt kennen - und der Zufall will es, dass sie eine gute Bekannte eines lieben Freundes ist. Die Fahrt vergeht wie im Flug, unser dichtes Gespräch ist der würdige Abschluss der Reise.



Wer noch Fotos von Karin Wilck betrachten will, schlage nach unter Oberpfalznetz.
Folgendes ist auch von ihr (auf der Seite gibt es auch andere Motive :))) ...






 
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