Die Lebenstrinker


Aus rechtlichen Gründen ist es nicht möglich, hier Kritiken zur Gänze als PDF zu veröffentlichen; möglich sind, gemäß OGH-Urteil im Fall von "Max Merkel"/13. 7. 1982, nur Zitate und Verlinkungen.

Ein Krimi voll Wiener Charme, Koketterie und Lebenslust. Mit einer Ermittlerin, deren kläffender Humor immer wieder zum Schmunzeln verleitet. Im fünften Fall um die Kommissarin Maria Kouba und ihren Partner und Geliebten Phillip Roth geht es um ausgesetzte Babies und um Tote, denen das Fell über die Ohren gezogen wurde.
WDR5 / 8. Dezember 2009 (siehe WDR5)

Ein Krimi für Leute, die ihre Pornohefte mit einem Profil-Cover tarnen. Immerhin gibt es die erste Leiche vor dem ersten Sex. Thematisch hat sich Sabina Naber mit "Die Lebenstrinker" auf ein interessantes, weil hochaktuelles Gebiet begeben: das Klonen. [...] Diese Frau ist das weibliche Pendant eines egoistischen Machos. Das Vokabular ist so plump wie Telefonsexhotline-Werbespots im Vergleich zum "Playboy". Eine Feministin würde solche Gedanken hinter jeder Männerstirn vermuten. Doch auch von einer Frau niedergeschrieben, sind diese weder auf- noch erregend. Sprachlich auf der Tiefe der Zeit wird dieses Werk wohl bald in Vergessenheit geraten.
Kulturwoche.at, Christine Koblitz / August 2009 (die komplette Kritik siehe Kulturwoche.at)

Schön, wie sie das Wiener Milieu in Sprache bringt, mit Witz und Eleganz, Gemütlichkeit und Schrecken liegen sehr nah beisammen. Naber schreibt Unterhaltungsliteratur, die die großen, gewichtigen Themen unserer Zeit ins Buch bringt. Wien ist nicht nur der Ort alltäglicher Verbrechen, sondern auch ein Experimentierfeld für Reproduktionsmedizin. Schon stehen moralische Fragen an, die auf Antwort drängen. Gut, dass es eine Ermittlerin wie Kommissarin Maria Kouba gibt, die mit der modernen Medizin nichts zu schaffen haben will und sich mit Männern ihr privates Gegenprogramm zur künstlichen Befruchtung schafft.
Salzburger Nachrichten, ath / Samstag, 25. Juli 2009

Der Krimi zeichnet sich durch derbe Ausdrücke, rauchende und trinkende Kollegen, deftige Sexszenen und viel wörtliche Rede im österreichischen Dialekt aus. Eine Mischung, die nicht jedermanns Sache sein dürfte. Die permanente Unterbrechung des Handlungsverlaufes mit Gedankenfetzen der Ermittlerin Kouba, die oft andere Themen betreffen, trägt nicht zu einem flüssigen Leseverlauf bei. Der Wortwitz, den die bisherigen Fälle ausmachten, taucht nur vereinzelt auf. Ein sehr spezieller Titel.
ekz, Service für Bibliotheken, Nicole Scheibel / Juni 2009

Maria Kouba gerät bei ihren Ermittlungen unversehens in die Welt der dubiosen Machenschaften der Reproduktionsmedizin. Sie ist eine Ermittlerin, die vor allem wetgen ihrer Schwächen liebenswürdig ist: Sie hat einen Hang zu derben Sprüchen, ist leidenschaftliche Nymphomanin und dem Alkohol nicht abgeneigt. Sie liebt ihren Kollegen - und betrügt ihn trotzdem. Harte Schale, weicher Kern. Sex and crime mit Wiener Lokalkolorit.
Wiener Zeitung, p. l. / 30. Mai 2009

Krimi, Wien, verrückte Männer, verrückte Frauen, Klonen, ewiges Leben … Nicht so toll, wie die Vorgänger.
Jetzt.de (Süddeutsche Zeitung), Markus Handl / 25. Mai 2009

Naber hat umfassend und genau recherchiert und schreibt über ein komplexes ethisches Thema mit einem wunderbar trockenen Humor. Und ihre Kommissarin ist auf angenehme Weise unorthodox, sowohl was ihre Ermittlungsmethoden als auch ihren Lebens- und Liebeshunger betrifft. Zum Drüberstreuen gibt es noch eine Dosis Wiener Dialekt. - So gemütlich der sein mag, so ungemütlich ist diese spannende Geschichte.
Kleine Zeitung, Marianne Fischer / 23. Mai 2009

Wenn eine Kommissarin in Wien in ihrem fünften Fall fast in eine Straßenbahn läuft und bei der Rettung mit dem Kopf an der Bordsteinkante aufschlägt und das Gedächtnis verliert, klingt das schon so aberwitzig, dass man versucht ist, an einen weiblichen Inspektor Kottan zu denken. Aber diese Kommissarin Maria Kouba hat beileibe nichts vom Witz des legendären Fernsehinspektors, sie hat viel mehr Torschlusspanik und ist für ihre Mitmenschen eine ziemliche Nervensäge und nur, wenn sie versucht ihrer Arbeit nachzugehen ist sie halbwegs zum Aushalten. [...] Der Schreibstil von Sabina Naber passt sich (in diesem Buch) dem Chaos an. Gelegentlich eingeflochtene Sager in halbwienerischem Jargon sollen vielleicht Lokalkolorit in die Geschichte bringen, wirken aber bei dem ansonsten guten Sprachstil eher wie Fremdkörper. Der Aufbau der Story ist recht annehmbar konzipiert, Spannung ist aber weitgehend ein Fremdwort. Viel zu sehr ist die Kommissarin mit sich und ihren Hormonen beschäftigt, als dass Zeit für geordnete Ermittlungsarbeit bliebe. Und so quält man sich als Leser über die 318 Seiten und fragt sich, warum aus dem brisanten Themenansatz rund um Reproduktionsmedizin Die Lebenstrinker eine so mittelmäßige Erzählung geworden ist.
Krimicouch, Wolfgang Weninger / Mai 2009 (die komplette Kritik siehe Krimicouch)

Etwas Besseres kann einer Autorin kaum passieren. Da erscheint Sabina Nabers neuer Krimi, der ohnehin so sehr im Heute spielt, dass man meint, den Romanfiguren an jeder Wiener Ecke über den Weg laufen zu können, und dann wird das zentrale Thema des Buches auch noch zum tagespolitischen Gesprächsthema: die Reproduktionsmedizin. Doch was in der öffentlichen Debatte oft grau daherkommt, fasst Friedrich-Glauser-Preisträgerin Sabina Naber in „Die Lebenstrinker“ in grelle Bilder [...] eine komplexe Geschichte, die sich bis zum allerletzten Rest auflöst – vielleicht eine Spur zu befriedigend. Mehr als befriedigend scheint auch das Sexualleben der Kommissarin, das in allen Einzelheiten geschildert wird. Hätte das so ein Mann geschrieben, würde man ihm wohl vorwerfen, er habe zu viele Pornos gesehen. So liest man die Schilderungen auch als augenzwinkerndes Spiel mit Genreklischees. Maria Kouba ist eine konventionell-unkonventionelle Ermittlerin, an deren Methoden man sich gewöhnen könnte.
Die Presse, flo / 29.März 2009

Sabina Naber fährt in den Lebenstrinkern Kripoleute auf, die sich durch einen Mordfall in ihrer Triebstruktur nicht drosseln lassen. Sowas wäre in Bottrop oder Friedrichshafen undenkbar. Das funktioniert nur in einem literarischen Landstrich, der mit kryptischen Chiffren arbeitet. Das Wienerische ist eine eigene Sprache, die uns weder meint, noch braucht, dabei aber zutiefst einleuchtet [...]
Magazin Titel, Uta-Maria Heim / 25. April 2009 (die komplette Kritik siehe Magazin Titel - Literatur und mehr)

In ihrem 5. Fall ermittelt Maria Kouba zwischen Geburt & Leben, zwischen Babyhandel & Altenpflege in Wien. Natürlich kommt auch der Sex nicht zu kurz.
Format / März 2009

Sabina Nabers Heldin wird brutal mit Theorie und Praxis der modernen Medizin konfrontiert. Natürlich findet sie Schönheitschirurgie entbehrlich und das Klonen von Menschen verwerflich, aber als Marias beste Freundin stirbt, kommt ihr Klonen doch nicht mehr so abwegig vor. Das streift an Science-Fiction und ist ein wenig überfrachtet. Doch Humor und die trügerische Gemütlichkeit des Wiener Dialekts machen das Buch der Wiener Autorin originell und lesbar.
Der Standard, Ingeborg Sperl / 28./29. März 2009

Alles darf nicht verraten werden, Sabina Naber, die vierundvierzigjährige Wiener Autorin, hat nämlich wieder einen spannenden Krimi geschrieben. Eines darf ich aber sagen: Diese Krimiautorin gehört zu den besten und erfolgreichsten des deutschsprachigen Raums. [...] Dieser Krimi wird vor allem jene Leserinnen und Leser interessieren, die oberhalb der Sex-and-crime-Dimension auch Intellektuelleres erwarten. Sabina Naber bietet es, und zwar neben Recht noch Medizin und Ethik. Reproduktionsmedizin ist ein Thema, In-vitro-Fertilisation ein anderes, und dann wird es ganz schwierig, es geht ums Klonen, gleichsam um die Mischung von Heilsversprechen und Horrorkabinett. [...] Sabina Naber hat, was beeindruckend ist, genau und umfassend recherchiert. Das Wissen, das im Buch zusammengetragen wurde, ist erstaunlich. Nach der Lektüre wird beileibe niemand zum Biologen, Mediziner oder Rechtsphilosophen, aber sein Wissen zum Roman-Thema wird um ein Vielfaches größer.
Literaturhaus, Janko Ferk / 10. März 2009 (die komplette Kritik siehe Literaturhaus)


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