Krimifestival im Odenwald am 19. und 20. September 2009



Bestens gelaunt mache ich mich auf den Weg nach Frankfurt, denn es gibt jetzt endlich Nachmittagsflieger :)).


Doch bei der Anreise häufen sich kleine unangenehme und seltsame Dinge - das Model neben mir spielt auf ihrem i-pod mit laut klackenden langen Fingernägeln; bei der Landung meldet sich der von einem Lachkrampf geschüttelte Co-Pilot, der uns mitteilt, dass wir jetzt leider keinen Bodenstrom haben und deswegen nicht klar ist, wann wir aussteigen können; im Flughafengebäude wird derart umgebaut, dass ich den Ausgang nicht finde, dafür aber im Transfer lande ...


... und schließlich stehe ich da und finde den Chauffeur nicht, der mich angeblich abholen soll. Auf seinem Handy meldet sich seine Frau ... ihn zwei Mal auf dem gesamten Frankfurter Flughafengelände ausrufen zu lassen, kostet eine Dreiviertelstunde Zeit ...


... schließlich werden die Veranstalter so nervös (es ist mittlerweile zwei Stunden vor Veranstaltungsbeginn), dass man mir aufträgt, ein Taxi zu nehmen ...


... wobei hier anzumerken wäre, dass Erbach im Odenwald, mein Ziel, eine Stunde Autofahrt entfernt ist. Für jene, die es interessiert: Es hat 124 Euro gekostet.


Nach einer schnellen Besprechung mit der Moderatorin brauche ich daher dringend eine klitzekleine Verschnaufpause - hoffentlich geht das bei der Lesung nicht so weiter. Immerhin handelt es sich um den Auftakt zum
"2. Odenwälder Krimifestival".


Der Schauplatz des Geschehens ist die Kleinkunstbühne "Patat" e.V. in Michelstadt ...


... wo ich dann im Raucherhof gleich (v.l.) die Kollegen Frank Göhre und Lothar Ruske (mit Gästen) treffe, was meine Stimmung um Etliches hebt.


Und natürlich freue ich mich auch sehr über das Wiedersehen mit meinem "Guide" Ulrich Godenschweger (im Bild mit seiner Mutter) von der Stadt Erbach, der mir ja im Februar intensiv bei den Recherchen für die Odenwälder Kurzgeschichte geholfen hat.


Der Barbereich des "Patat" lädt zum Entspannen, zum Abladen allen Ärgers ein ...


... der gut bestückte Büchertisch zum Schmöckern (Buchhandlung Schindelhauer aus Michelstadt, im Bild die Chefin Hauke Schindelhauer-Hofmann mit einer Mitarbeiterin).


Die letzten Feinjustierungen von Moderatorin Kim Engels von der Firma "Engels Coaching".


Musikalisch umrahmt (und das ganz wunderbar) wird der Abend vom "Mainhattan Jazz Quartett".


Dietrich Kübler, Landrat des Odenwaldkreises und noch ganz frisch im Amt, hält die launige Eröffnungsrede.


Motto des Abends ist "Mord im Odenwald" - passend zur Anthologie "Tatorte Odenwald", von Lothar Ruske im Societätsverlag herausgegeben, die an diesem Abend präsentiert wird. Acht AutorInnen wurden einem Ort zugewiesen, in dem sie dann eine Kriminalgeschichte ansiedeln sollten. Drei stellen nun ihre Geschichte vor.


Moderatorin ..... ...... startet in die jeweilige Leserunde mit einem spritzigen Interview - der erste Autor ist Michael Kibler.


Seine Geschichte "Amors Psyche" spielt in Michelstadt.


Frank Göhres Geschichte heißt selbsterklärend "Breuberger Bilder".


In der Pause gibt es wunderbare Schmankerln aus der Region ...


... und Jazz, währenddessen ich mir Gedanken mache, ob die Michelstädter und Erbacher meine frechen Bemerkungen zur Region goutieren werden.


Beim Interview dann läuft gleich der Schmäh - über Wien, über Sex in Büchern ...


... und über freundliche Menschen bei Recherchen, die in einem eine Beißhemmung auslösen können, die man dann mühsam loswerden muss :))).


Schließlich lese ich meine Geschichte "Ein paar Millisekunden", die in Erbach spielt. Glücklicherweise amüsieren sich die Michelstädter und Erbacher sehr über meine Außenansicht der Orte und der Region.


Abschlussfoto eines sehr gelungenen Abends.


Zurück im Hotel, deutet ein Plakat schon auf meinen nächsten Einsatz hin ...


... doch davor gibt es noch ein gemütliches Zusammensein von uns drei Autoren, wo natürlich wieder einmal ausführlich über die Branche diskutiert wird.


Unsere Unterkunft, der "Erlenhof" in Erbach, am nächsten Morgen ...


... wo nicht nur zum österreichisch angehauchten Brunch gerüstet wird ...


... sondern auch zum "Mord am Sonntag", so der Titel der Veranstaltung, bei der ich aus "Die Lebenstrinker" lesen darf (im Bild Mitarbeiterinnen der Buchhandlung Geilert).


Thomas Möschner von der Stadt Erbach begüßt die Gäste ...


... die zu meiner Freude zahlreich erschienen sind.


Und so werfe ich mich mit Verve in die neuesten Abenteuer von Maria Kouba.


Der Lohn sind viele verkaufte Bücher :)).


Anschließend lerne ich "meinen" Chauffeur kennen: Er war nicht gekommen, weil er in einem Stau aufgrund eines Unfalls festgessen hatte. Und das Handy haben wir alle schon einmal daheim vergessen :))).


Plötzlich wird mir klar: Ich nehme auch vom Odenwald Abschied. Drei Mal innerhalb eines Jahres war ich hier, die Gegend ist mir schon richtig ans Herz gewachsen.


Dann heißt es wieder einmal warten ...


... und warten. Der Name "Momento" wirkt in schwachen Momenten wie eine Provokation ... aber es ist eines der wenigen Cafés am Frankfurter Flughafen mit Tageslicht. Und wozu gibt es Bücher? :)).


Und die wollen auch geschrieben werden - beim Anblick der Wolken drifte ich zu meinem neuen Roman "Renata geht tanzen", mein erster ohne die Hauptfigur Maria Kouba und mein erster Nichtkrimi ...
 
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