Ladies' Abend in Luxemburg am 21. November 2008



Die letzte Lesereise der Herbstsaison 2008 steht auf dem Programm: ein krimineller Frauenabend in Luxemburg.


Mit dem Flieger geht es zwar geschwind nach Köln, aber von dort mit mehrmaligem Umsteigen auf einer langen Zugfahrt nach Luxemburg.


In Köln selbst bin ich noch guten Mutes - und zu unserer beider Erheiterung treffe ich zufällig Krimikollegin Ulrike Rudolph, die auf die Ankunft ihrer Lektorin wartet :)))


Dann zieht die Rheinlandschaft an mir vorüber.


Ich wusste bislang nur, dass es Linz in Oberösterreich gibt ...


Wiedersehen mit Koblenz, wo 2006 die Criminale stattgefunden hat und wo ich umsteige.


Jetzt geht es die Mosel entlang.


Wieder umsteigen - jetzt in Trier. Und nachdem wir bislang aufgrund eines Extremsturmes ein paar Mal mitten in der Landschaft ausgiebig stehengeblieben sind, habe ich langsam Ermüdungserscheinungen und die Sorge, ob ich es überhaupt rechtzeitig zur Lesung schaffe.


Mit guten zwei Stunden Verspätung
erreiche ich endlich Luxemburg-Stadt.


Das Dringendste ist einmal ein (guter) Kaffee ...


... dann ein kurzer Spaziergang durch die nächtliche Stadt ...


... in Eiseskälte.


Lichtskulpturen begeistern mich ...


... und der verheißende Blick auf die Innenstadt, die ich am nächsten Tag zu erobern gedenke.


Doch jetzt ist einmal üben angesagt. Und es geht nicht um meinen Text, sondern um jenen von Gesine Schultz (Präsidentin der "Mörderischen Schwestern"), die diesen Abend organisiert hat und leider aus Krankheitsgründen nicht teilnehmen kann. Ich lese ihre Kurzgeschichte für sie.


Dann begebe ich mich ins "Centre d'information des femmes" in der Innenstadt ...


... wo ich auf meine Kolleginnen Barbara Ahrens (l.) und Sabine Deitmer treffe.


Und wir betrachten (gemeinsam mit den Veranstalterinnen) die vielen Stühle mit Argwohn, denn es herrscht in Gesamtmitteleuropa Sturmwarnung - wer geht da außer Haus?


Doch unsere Sorge ist unbegründet, anscheinend zieht auch das Thema des Abends: Schönheitsoperationen :)).


Sabine Deitmer (ihres Zeichen übrigens Ehrenglauser-Preisträgerin 2008) moderiert
uns drei und liest als Letzte aus ihrem Text,
was ich dann anmoderieren darf (meine Dreifachfunktion an diesem Abend hat mir
Spaß gemacht und auch etwas verwirrt :))


... dann lese ich aus Gesine Schultz' Kurzgeschichte "Dickmadam lacht".


Barbara Ahrens ist die dritte und
liest aus dem Roman "Operation Schönheit".


Ich folge mit einer meiner ersten
Kurzgeschichten - "Tote Gesichter" in
"Tatort Wien", hrsg. v. Edith Kneifl,
Milena 2004.


Und Sabine Deitmer schließt dann mit einer Lesung aus dem Roman "Scharfe Stiche".


Nach unzähligen Buchverkäufen (es war wirklich sensationell) geht es in kleinem Rahmen ans Feiern ...


... und da werden natürlich auch Erinnerungsfotos gemacht - im Bild Organisatorin Joëlle Schwinnen, Sabine Deitmer und S. N.


Am nächsten Tag schneit es zu meiner Freude - endlich so ein richtiger Winterbeginn!


Ich starte zur Besichtigung von Luxemburg-Stadt, die ja bekannt dafür ist, dass die tiefen Flusstäler von Petruß (im Bild) und Alzette sie teilen.


Über die Gerichtsecke auf dem Plateau du Saint-Esprit ...


... komme ich zu einem wunderbaren Aussichtspunkt, von dem aus man auf den "Grund", einem der bekanntesten Stadtteile, hinunter sieht.


Der "Grund" ist ...


... eine sehr ...


... heimelige Ecke.


Vom "Grund" aus hat man auch einen guten Blick auf die "Bockkasematten", die den Untergrund der Oberstadt zur Gänze durchziehen. Im 18. Jahrhundert wurden zwecks Verteidigung unzählige Räume und 40 Kilometer Gänge in die Felsen gebohrt.


Nachdem ich auch noch die Reste der alten Burganlage erstiegen habe (von wo man übrigens einen senstaionellen Blick auf die Innenstadt hat) ...


... geht es mit dem Aufzug (mit rotem
Teppich :)) zurück in die Oberstadt.


Die winterliche Stimmung wird perfekt, als eine Händlerin am Place Guilleaume II Lachs räuchert - wahrscheinlich, wiel ich Lachs sofort mit dem hohen Norden assoziiere.


Unweit befindet sich das Palais Grand-Ducal, der Großherzogliche Palast. Wenn man seine Position nicht kennt, könnte man ihn trotz wunderhübscher Renaissance-Fassade glatt übersehen, so sehr ist er in den Straßenzug integriert.


Die Gëlle Fraa - die vergoldete Frauenfigur auf der Spitze des Monument de Souvenir auf der Place de la Constitution aus dem Jahr 1923 steht für den Luxemburger Freiheits- und Unabhängigkeitswillen. Sie wurde 1940 von den Nazis zerstört und erst 1984 wieder aufgestellt.


Mein abschließender Besuch gilt der
Cathédrale Notre-Dame (Liebfrauenkathedrale), die mit ihren drei Türmen das Wahrzeichen der Stadt ist.


Sie vereint Spätgotik, Renaissance ...


... und Barock.


Die Touristin in mir ist komplett befriedigt - aber jetzt steht eine lange, lange Heimreise auf dem Plan, für die ich mich mit Kaffee und Zigarette stärke.


Zuerst geht es durch das winterliche Luxemburg (1. Verkehrsmittel) ...


... dann durch das sonnenbeschienene Moseltal (2. Verkehrsmittel) ...


... auch - wegen der Sturmschäden - auf der Straße mit dem Schienenersatzverkehr (3. Verkehrsmittel) ...


... vorbei an Atomkraftwerken, deren unaufgeregte Präsenz in mir - als Österreicherin - noch immer Unbehagen auslöst (4. Verkehrsmittel) ...


... in der Dämmerung (mit dem Bus von Bonn aus) zum Flughafen Bonn-Köln (5. Verkehrsmittel).


Trotz viermaligen Umsteigens und sonstiger Anstrengungen bin ich schließlich, als ich zum Flieger gehe, ein wenig sentimental, denn erstens war die Lesung in Luxemburg wirklich angenehm und schön, und zweitens war es meine letzte Lesereise für 2008.
Aber es kommt ja 2009, und damit ein neuer Maria Kouba-Roman, der wieder vorgestellt werden will ... :)))
 
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