Lesung im Heurigen Muth
am 8. Juni 2011



Wer denkt, dieser Ort befände sich am Land, der irrt - er liegt unweit der pulsierenden Heiligenstädter Straße im 19. Wr. Gemeindebezirk und markiert den Beginn eines sehr alten Viertels.


Dessen Zentrum ist der Pfarrplatz - manche Häuser und Ecken stammen noch aus dem 17. Jahrhundert.


So auch das Anwesen vom Heurigen "Mayer am Pfarrplatz" - das Haus, in dem Beethoven 1817 sein Heiligenstädter Testament verfasste.


Mein Ziel liegt aber um die Ecke, in der Probusgasse, benannt nach Kaiser Probus, der im 3. Jahrhundert den Anbau von Reben in den römischen Provinzen förderte - so auch natürlich in Wien, wo sogar schon vorher die Pflege von Reben praktiziert wurde.


Und hier in der Probusgasse befindet sich der Heurige Muth, ebenfalls ein Betrieb aus dem 17. Jahrhundert.


Einladend ist gleich bei der Eingangstür der Blick in den grünwuchernden Innenhof ...


... wo sich auch schon meine lieben KollegInnen Claudia Rossbacher, Christian Klinger und Andreas Pittler gemütlich niedergelassen haben.


Ja, es wäre schön, in diesem tollen Hof aus dem "Gemischten Satz" zu lesen, aber ich spüre, dass wir bald in die Räumlichkeiten hinter mir ausweichen werden müssen.


Und ich habe den Gedanken noch nicht zuende gedacht, da fängt ein unheures Gewitter an. Alle verlassen fluchtartig den Garten - alle außer der armen Kellnerin, die das Geschirr abräumen muss ...


Nachdem wir uns drinnen neuerlich etabliert und den Büchertisch aufgebaut haben, beginnt das große Warten, denn drei von uns sieben Lesenden sind noch nicht da. Werden sie es trotz des gewaltigen Regens schaffen?


Der erste ist Raoul Biltgen - nass bis,
im wahrsten Sinn des Wortes, auf die
Unterhose.


Zu ihm gesellt sich ein ebenso geduschter Ivo Schneider.


Und schließlich landet auch nopch ein trotz Regenjacke ebenso triefender Thomas Askan Vierich bei uns - der Beweis für den enormen Einsatz von uns KrimiautorInnen!


Und so kann Lesungsorganisator Werner Brunner endlich vor gut gefülltem Haus die Begrüßung abhalten.


Ich folge mit ein paar erklärenden Worten zur Entstehung der Anthologie.


Christian Klinger startet den Reigen mit seiner Geschichte "Rache ist koscher" (koscherer Wein) - und, wie schon oft erprobt ...


... exakt 5 Minuten lang, gestoppt von unserem lieben Raoul; ein System, das das Publikum liebt.


Thomas beim "Fremdlesen" (neben Christians Geschichte) ertappt - er liest ins Buch hinein und stellt wieder einmal fest, wie lustig die Geschichten sind.


Gleich als nächster ist Raoul Biltgen selbst dran mit der Geschichte "Du, die Wanne ist voll oder Warum es nicht immer von Vorteil ist, ein Weinexperte zu sein" (Blauer Portugieser).


Das Publikum lauscht andächtig - zwei Tische sind frei geblieben; wir nehmen an, es waren Gäste aus der Umgebung, die der Regen kurzfristig abgehalten hat, denn ursprünglich war alles ausreserviert. Man kann es ihnen bei diesem Unwetter nicht verdenken.


Dann lesen Claudia Rossbacher aus "Nur über seine Leiche" (Traminer) ...


... und Ivo Schneider aus "Igors Blut" (Cabernet Sauvignon).


Nach den ersten Vier gönnen wir dem Publikum und uns eine Stärkungspause.


Nach der Pause setzt Thomas Askan Vierich mit "Großer Zwerg" (Riesling) fort.


Mit meiner Geschichte "Fluchtachterl" geht es ins Finale.


Und Andreas Pittler schließt mit "Der Tote im Hochriegel" (historisch, Sekt) ...


... noch immer voller Aufmerksamkeit belauscht.


Wir haben es sehr gut über die Runden gebracht - trotz aller Widrigkeiten.


Jetzt sind Trinken und Zigaretten an
der Reihe ... :))


... und natürlich Essen - Claudia wirft ein Auge auf Thomas' Portion ...


Entspannung ist aber nicht lang angesagt ...


... denn wir dürfen signieren ...


... und das reihum, denn jeder will wieder einmal so viele Unterschriften wie möglich ins Buch.


Zur Belohnung gibt's legendäre
Pischinger Haselnussecken, eine tolle
Wiener Spezialität :))) ...


... und ein paar Runden Wein, während derer wir die Literaturszene diskutieren - ein toller Abend!
 
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