Gruppenlesung aus dem "Gemischten Satz" im Heurigen "6er" in Grinzing am 30. November 2010



Endlich wieder einmal sind wir mit einer "Gemischten Satz"-Lesung dort, wo der Wein zu Hause ist - in Grinzing, dem vom edlen Traubensaft geprägten 19. Bezirk Wiens, den auch jeder Tourist kennt.


Nach einer gemütlichen Fahrt mit dem 38er (Straßenbahnlinie Nummer 38, Endstation Grinzing) ist es nicht weit zur Sandgasse 6, wo der "6er-Heurige" der Familie Hirsch beheimatet ist.


Als eingefleischte Wienerin vermeide ich ja üblicherweise tunlichst die Gegenden, wo sich Touristen wolken, aber angesichts dieses netten Innenhofs, der typisch für das Grätzel ist, frage ich mich, ob ich die Regel nicht manchmal durchbrechen sollte ...


Wir werden ganz wunderbar angekündigt - und es dürfte auch die Mundpropagande funktionert haben, denn beim Aussteigen aus dem 38er durfte ich dem Gespräch zweier Damen lauschen, die einander wohl vom Heurigengehen kennen und erzählten, dass sie nun zur Lesung gehen würden :))) - im Hintergrund die "Ganslkarte"; klar, es ist ja noch "Martini".


Drinnen ist es eine halbe Stunde vor Beginn schon respektabel gefüllt, was die Hoffnung auf guten Besuch zusätzlich nährt; im Bildvordergrund sind mein lieber Krimikollege und Freund Christian Klinger (hat die Koordination der Lesung übernommen) und Werner Brunner (hat die Lesung möglich gemacht) zu sehen.


Ich bin aber nicht die erste - bereits anwesend (v.l.) Christian Klinger, Thomas Askan Vierich, Raoul Biltgen und Claudia Rossbacher.


Vorbereitung I: Als erstes gönne ich mir einmal einen sensationellen Schweinsbraten :)))


Der Büchertisch ist gut befüllt - ob das nicht zu optimistisch ist?


Zur Einstimmung lassen wir die brandaktuelle CD von unserem lieben Freund und Krimikollegen Stefan Slupetzky spielen, der mit seinem Trio Lepschi außergewöhnliche Wienerlieder macht.


Vorbereitung II: Auch Andreas Pittler, der mittlerweile eingetroffen ist, stärkt sich - japsend von Claudia angeschnorrt ...


... aber ein Gentleman lässt sich nicht lange bitten - wir sorgen eben füreinander :)))


Und Ivo Schneider (l.) studiert nochmals seine Textstellen, während Thomas sich mit einem Gespritzten auflockert.


Werner Brunner führt in den Abend ein, der der letzte Lesungsabend im "6er" sein wird, da die Familie Hirsch den Betrieb einstellt - was alle sehr bedauern.


Ich starte mit einer Lesung aus der Geschichte "Requiem in neuer Eiche" von unserem lieben Kollegen Christoph Wagner. Der bekannte Gourmetkritiker ist kurz nach Fertigstellung der Geschichte verstorben.


Und mittlerweile schaue ich in einen bis auf den letzten Platz gefüllten Saal - so machen Lesungen Spaß :))


Mir folgen Christian Klinger mit "Rache ist koscher" über den koscheren Wein, der in Wien hergestellt wird ...


... Raoul Biltgen mit "Du, die Wanne ist voll" zum Blauen Portugieser ...


... ein Text, der die Leute endgültig zu Lachwurzen macht. Die meisten AutorInnen des heutigen Abends haben auch bei der Präsentation der Anthologie am Weingut Cobenzl gelesen; Ausschnitte können Sie HIER hören.


Es folgen Claudia Rossbacher mit "Nur über seine Leiche" (Traminer) ...


... und Thomas Askan Vierich mit "Großer Zwerg" (Riesling).


Die Menschen lachen so sehr, dass wir auf der Bühne sogar manchmal schmunzeln müssen :))


Ivo Schneider setzt mit "Igors Blut" (Cabernet Sauvignon) fort.


Claudia und ich so wie einige andere kurz vor dem Lachkrampf ...


Andreas Pittler schwimmt mit "Der Tote im Hochriegl" (Sekt) auf der Welle des Lachens weiter.


Und ich beende den Reigen mit meiner eigenen Geschichte "Die Chance" (Fluchtachterl).


Werner Brunner bedankt sich sehr herzlich für den gelungenen und extrem unterhaltsamen Abend ...


... auch beim Wirten für die vielen tollen literarischen Abenden, die er ermöglicht hat.


Doch die leicht sentimentale Stimmung ist sofort vertrieben, denn wir werden belagert.


Wir verkaufen und signieren Bücher in einem Ausmaß ...


... wie wir es sonst vielleicht nur von Buchpremieren kennen.


Die Leute bestehen darauf, von jedem einzelnen von uns ein Autogramm zu bekommen.


Die Menschenwolke, die uns umgibt, wird nicht weniger ...


... und Stapel von Bücher wandern durch unsere Hände.


Als nur noch vier Bücher übrig sind, entsteht eine Pause.


Genützt wird sie von einem Stammgast, der aus Selbstverfasstem liest.


Wir bekommen derweilen vom Wirten eine wunderbare Jause spendiert.


Nachdem auch noch das letzte Buch verkauft worden ist (und ein paar aus der Reserve dazu, man beachte den leeren Tisch hinter mir), wird es etwas weinselig ...


Andi Pittler schreibt für den Wirten ein Gedicht ...


... das Claudia würdig vorträgt.


Ivo und Thomas als Max & Moritz.


Raoul, Andi und Claudia ...


... sowie Christian und ich.


Flasche um Flasche wird verkostet ...


... der Rest ist Schweigen.
 
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