Lesung "Sex & Crime"/Festival "Mord am Hellweg" am 16. Oktober 2012



Man merkt, es ist bereits spät im Jahr, als ich um halb Sieben Uhr früh aufbreche, um erfreulicherweise wieder einmal am Festival "Mord am Hellweg" teilzunehmen.


Die Raffinerie von Schwechat - eines meiner Lieblingsfotomotive.


Wolken unter uns und Eiskristalle am Fenster auf dem Weg nach Düsseldorf.


Dann geht es mit dem Zug weiter durch den dicht verbauten Ruhrpott ...


... aber auch vorbei an bereits winterlich braunen Feldern von Westfalen ...


... bis nach Bad Sassendorf, einem Nachbardorf von Soest, meinem Lesungsort, wo wir untergebracht sind. 6 Stunden Anreise liegen hinter mir.


Bad Sassendorf ist, trotz rund 11.700 Einwohner, ein sehr ruhiger Ort, was wahrscheinlich am Kurbetrieb liegt.


Es ist eine ziemlich alte Siedlung - sowohl geschichtlich (erste urkundliche Erwähnung im 12. Jahrhundert im Zuge der Salzgewinnung am Hellweg) als auch bezüglich Altersdurchschnitt der Einwohner: älteste Satdt Nordrhein-Westfalens mit 47,5 Jahren.


Untergebracht sind wir im Maritim-Hotel "Schnitterhof" ...


... einem sehr "schicken" Haus, wie eine Ortsbewohnerin meint, die mir den Weg zeigt. Z.B. sieht man von der Rezeption aus in die Schwimmhalle :)


Die Parkanlage rundherum wirkt sehr gediegen ...


... man fragt sich unwillkürlich: Ja, dürfen die Herbstblätter denn da überhaupt liegen?


Es ist alles sehr ordentlich - gut für einen garantiert friktionsfreien Urlaub :).


Im Hof Hueck, einem der wunderschönen Fachwerkbauten ...


... gönne ich mir dann ein Mittagessen, natürlich eine Art Bratwurst mit Sauerkraut und Erdäpfelpüree.


Nach kurzem Sightseeing ...


... gönne ich mir in meinem Dachstübchen ein kurzes Schläfchen, denn ein langer, intensiver und anstrengender Abend steht mir bevor.


Eine entzückende junge Frau holt mich ab - wie sich später herausstellt, ist sie die Tochter eines Mannes, den ich gut kenne und mit dem ich eine sehr schöne Zeit in Soest verbracht habe ...


Vor dem Bürgerzentrum Alter Schlachthof in Soest, unserem Veranstaltungsort, treffe ich auf Sigrun Krauß, die gemeinsam mit Herbert Knorr das Festival Mord am Hellweg organisiert und der ich meine Einladung verdanke.


Und dort treffe ich dann auch auf den Mann, den ich gerade erwähnte - Herbert Kanein, seines Zeichens Leiter vom "Alten Schlachthof"; und außerdem mein Führer in Soest, als ich 2008 für die Geschichte, die ich für das Festival geschrieben habe, recherchierte. Wir hatten zweieinhalb Tage extrem viel Spaß.


Es ist vier am Nachmittag - und das Klavier wird nicht etwas gestimmt, sondern erst einmal repariert. Eine Band hatte nicht mitgeteilt, dass sie es ruiniert hatte ...


Dann wird eingeleuchtet (ich übernehme mit meiner alten Theatererfahrung die Räume Moderation, Lesung und Klavier), denn es findet keine einfache Lesung statt, sondern ein bunter Abend mit Musik, eben Worten und Striptease.


Dementsprechend genau vertiefe ich mich auch noch einmal in meine Moderationskarten; im Hintergrund Sigrun Krauß,die ihre einleitenden Worte nochmals durchgeht.


Unterdessen sind auch meine lieben
Freunde und Mitlesenden eingetroffen:
Raoul Biltgen ...


... und Beate Maxian, die sich strategisch
gut am Buffet positioniert hat :)).


Die Show startet mit dem Klavierspiel von Boogie-Spezialisten Jörg Hegemann.


Und ich erzähle als Einstieg die Geschichte vom Apfel für die Schönste und Paris und Helena und dem Trojanischen Krieg einmal etwas anders, nämlich als Hormonrauschunfall :))


Sigrun Krauß eröffnet.


Der erste sexy Einsatz von "Changa Prestige", einem Event-Service aus Gotha.


Raoul Biltgen bei seiner ersten Lesung, hauptsächlich Beiträge aus seiner Sex-
Kolumne Adam spricht es aus.


Bei der Anmoderation von Beate Maxian mischen wir beide das Publikum mit Erlebnissen von wahren Mordfällen und der Bedeutung von roter Unterwäsche zu Silvester auf :)).


Sie liest dann eine ganz böse Duschszene aus einem ihrer Romane ...


... umso notwendiger ist es , dass uns "Changa Prestige" mit einem Männerstrip vor der Pause die schöne Seite des Lebens zeigt.


Nach der Pause bin ich dran mit meiner
Geschichte "Rollenwechsel" aus
Liebe, Lust und Lösegeld.


Und dann geht es Schlag auf Schlag: Eine Burlesque-Nummer von "Changa Prestige", ein Dreier-Quickie (je 3 min.) von uns AutorInnen und schließlich ...


... ein Dreier-Fullstripp zum Abschluss!


Das alles schreit natürlich nach einem beglückten Drink danach - guter Buchverkauf, seliges Publikum, das uns Komplimente macht: Wir sind zufrieden :).


Am nächsten Morgen geht es durch dramatisch bewölkte Westfalen zurück nach Düsseldorf ...


... wo ich mich am Bahnhof einmal kundig mache, was ich nochnicht gesehen habe, vorzugsweise indoor, denn das Wetter ist kalt, windig und regnerisch.


Ein paar ...


... Eindrücke ...


... aus Düsseldorf.


Es ist immer wieder schön, welche Details man wahrnimmt, wenn man in einer Stadt nicht mehr am Abgehen von Highlights ist.


Aber irgendwann reicht es ....


... und ich begebe mich ins Stadtmuseum, um der nassen Kälte zu entkommen. Leider muss ich sagen, dass die Architektur ...


... das Beeindruckendste war.


Abschließende ...


... Impressionen.


Zum Glück stärke ich mich am Flugplatz mit einer riesigen Pizza ...


Denn dieser Flieger ist zwar mein Flieger - aber kaputt. Zuerst sitzen im Flugzeug und warten auf den Techniker, dann Warten auf ein neuerliches Hochfahren der Maschine ...


... dann Aussteigen und Warten auf ein neuerliches Boarding auf einem anderem Flieger. Warten. Warten. Warten auf einen neuen Slot. Warten. Das einzige, das einem bei all dem in Laune hält, außer Galgenhumor, ist die nunmehrige Gewissheit ...


... dass die Maschinen offensichtlich wirklich und tatsächlich gut kontrolliert werden und man nun, zwar mit enormer Verspätung, aber sicher nach Wien zurückkehrt. Was für intensive zwei Tage ...
 
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