Lesungen in Bremen und Berlin am 8. und 9. September 2011



Innerhalb eines Monats lande ich zum zweiten Mal im hohen Norden (Hamburg), und wieder bei Regen - was für ein Sommer!


Die Trübe ist schnell vertrieben - und zwar mit einem Handtaschenkauf am Flughafen; wobei ich anmerken möchte, dass ich nach dieser Art Tasche zwei Jahre gesucht habe ... :).


Dann bleibt auch noch kurz Zeit für einen Kaffee in der Fußgängerzone, bei dem ich bedaure, dass ich Hamburg in letzter Zeit immer nur als Zwischenstation erlebe.


Es wäre schön, die großen baulichen Veränderungen (zB in Speicherstadt und Hafen) einmal aus der Nähe betrachten zu können ...


... aber mit Siebenmeilenstiefeln sause ich übers (flache) Land, zum Auftakt des Festivals "Prime Time - Crime Time" ...


.. in der schönen Hansestadt Bremen - im Hintergrund der Hauptbahnhof aus den Achtziger-Jahren des 19. Jahrhunderts.


Gleich beim Bahnhof ist auch das Hotel
"Best Western" (sehr zuvorkommend
und nett) ...


... und 10 Minuten davon entfernt wohnen mein lieber Krimikollege Jürgen Alberts und seine Frau Maritta, die mich auf ein exzellentes Mittagessen einladen - natürlich mit inkludiertem Krimitratsch; so lässt sich Regen gut überdauern :)


Danach geht sich gerade noch ein kurzer Spaziergang am Wall aus, einer Parkanlage, die aus Befestigungsanlagen aus dem 17. Jht. hervorgegangen ist und die erste öffentliche Parkanlage in Deutschland war, die durch eine bürgerliche Volksvertretung realisiert wurde.


Der Tag ist wie im Flug vergangen, und schon holt mich meine liebe Krimikollegin Alexa Stein zu meinem Einsatz ab - denn sie ist die neue Festivalleiterin (nach 13 Jahren Jürgen Alberts) von Prime Time - Crime Time.


Ein letzter Kaffee - bei McDonalds (!!!, es gab sonst keinen Schanigarten in der Nähe) ...


... aber mit Blick auf ein bisschen Dom. Ich weiß ja von Februar, was sich um die Ecke verbirgt, und hoffe auf genügend Sightseeing-Zeit am nächsten Tag.


Dann geht es ins "Forum am Wall" im ehemaligen Gebäude der Polizei ...


... wo sich nicht nur eine sehr große, mehretagige allgemeine Bibliothek befindet ...


... sondern auch eine spezielle Krimibibliothek, derzeit geleitet von Vera Gerken (stehend).


Der bunte Büchertisch mit den drei Namen verrät das Thema des Abends: Der europäische Krimi und seine jüngste Beliebtheit ...


... es diskutieren (von links) Lorenzo Silva (mit Übersetzerin li.), Alexa Stein als Moderatorin, ich und Gisa Klönne aus Deutschland.


Die Krimibibliothek ist mit gut fünfzig Gästen bis auf den letzten Platz gefüllt.


Nach einer Dreiviertelstunde Diskussion und jeweils 15-minütiger Lesung wird dennoch und glücklicherweise der Büchertisch gestürmt ...


... und wir dürfen der angenehmen Signierarbeit nachgehen. :))


Großer Abschluss des Abends ist dann der Besuch eines Spaniers (tolles Essen!), wo auch Jürgen Alberts zu uns stößt.


Am nächsten Morgen starte ich dann einen kleinen Stadtrundgang (im Hintergrund die Alte Mühle am Wall) ...


... bei dem ich in Erinnerungen schwelge
(im Bild die Katharinenkirche) ...


... habe ich Bremen doch erst im Februar mit meinem Mann auf dem Weg zum Mörderboßeln in Ostfriesland (siehe hier) ausgiebig ausgekundschaftet - im Bild das Rathaus und der Dom.


Noch geschwind ein Kaffee vor den wunderschönen alten Häusern (16. Jht.) auf der Westseite des Marktes ...


... bevor es mit dem Zug weitergeht übers flache Land Richtung Osten. Ziel ist Berlin, wo die Wiener Medienagentur Echo die erste Berliner/Wiener Kriminacht durchführt - in Wien ist die Kriminacht ja schon seit Jahren ein Erfolg (siehe meine Einträge über die Jahre hinweg).


Umsteigen in Hannover - wo ich noch nie war. Und leider wird es auch heuer nichts, weil ich zeitgleich mit dem Festival der Mörderischen Schwestern, das hier Anfang November stattfindet, eine Lesereise habe - und weil der Anschlusszug zwar Verspätung hat ...


... aber nur 10 Minuten, was gerade für ein Tiramisu und einen Kaffee reicht. Irgendwann, ja irgendwann ...


Wir sausen an den gigantischen Automobilwerken in Wolfsburg vorbei ...


... und an ebenso beeindruckenden Windparks; irgendwie hatten altertümliche Windmühlen mehr Ästethik. Bei aller Ökologie - muss so unsere Zukunft ausschauen?


Schließlich erreiche ich mein Ziel Berlin - und steige an dem für mich ungewohnten Bahnhof Spandau aus (im Bild das Rathaus Spandau, erbaut 1910 bis 1913), denn ich muss in den Westen der Stadt ...


... und zwar exakt in die Knesebeckstraße zwischen Savignyplatz und Kurfürstendamm. Die ganze Ecke hat sich in den letzten Jahren zu einem schicken Fortgehviertel entwickelt.


An der Kreuzung Knesebeck/Kurfürstendamm kann man gerade ein Kunstwerk bewundern - "United Buddy Bears", für das ein Künstler aus jedem UN-Land einen Berliner Bär gestaltet hat.


Natürlich muss ich mich mit dem Bär von Österreich fotografieren :)).


Unweit davon ist das Design-Hotel "Q",
in dem wir KrimiautorInnen untergebracht
sind.


Ich steh allerdings aus unerfindlichen Gründen nicht auf der Liste, und so warte ich und warte ich, bis sämtliche Organisatoren und Zwischenorganisatoren und Hotels die Sachlage geklärt haben (bei Kaffee auf Haus natürlich ...).


Kurz steht die Suite zur Diskussion (hätte mir schon gefallen :))), aber dann werde ich ...


... per Taxi (liebe Grüße und Dank nochmals an den unglaublich netten und eloquenten Taxler - siehe Bild rechts) - also werde ich per Taxi umquartiert, und zwar in den Osten (im Bild der Fernsehturm am Alexanderplatz) ...


... exakt in das Design-Hotel "Weinmeister"
in der Weinmeisterstraße in Berlin-Mitte, wo auch die Organisatoren von Echo wohnen.


Sehr stylisch nicht nur der Eingang ...


... und das Foyer ...


... sondern auch das Zimmer. So ist die Bettrückseite zugleich Kasten, und man
sieht liegend durch die bis zum Boden reichenden Fenster in den Himmel.


Ein Absinthladen markiert den Beginn ...


... meines Spazierganges durch das Viertel, das sich extrem hip und quirlig präsentiert. Schicke Lokale und ...


... ein Modeladen neben dem anderen
- hier Blümchen-Overkill.


Ein Schuhladen mit der typischen Bank
davor in der Neuen Schönhauser Straße.


Gleich daneben ein Kleidergeschäft,
das sich hinter Fäden präsentiert.


Ein Fotoshooting im Rosenhof in der
Rosenthaler Straße.


Das Café Cinema mit einem originellen Schanigarten.


Sogar Starbucks ist edel ...


... und die Hackeschen Höfe sind
überrannt von Touristen.


Mich faszinieren die vielen tollen
Hinterhöfe von Berlin ...


... und dass man trotz aller Schickeria
und Preisexplosion noch günstiges und
gutes Asiatenessen bekommen kann.


Noch ein Schuhgeschäft: Sie sind auf einer zuckerlrosafarbenen Tortenfrau drapiert -
und übrigens: Das ist ein Keilabsatz, der nur
so tut, als wäre er ein normaler.


Bei einem abschließenden Espresso muss ich an das Berlin denken, das ich 2001 bei meinem ersten Besuch kennengelernt habe - 100 und 1. Ich möchte betonen, dass ich nicht "der guten alten zeit" nachhänge, aber ... Zufällig wurde ich dieses Jahr - quasi mein Jubiläum - zu dem Buchprojekt I hate Berlin eingeladen. Mein Beitrag "Affäre beendet" sagt alles ...


Nach kurzem Ausruhen geht es dann zum Moritzplatz in Kreuzberg, exakt in die Oranien Straße, die ein wenig ein anderes Bild als Mitte bietet.


Nun ja, Kreuzberg ist ein Mischviertel - aber hier soll ich irgendwo ein Wiener Café verbergen? Für welche Kundschaft?


Des Rätsels Lösung: Ich muss auf die andere Seite des Moritzplatzes, und dort ist die Oranien Straße eine Fortgehmeile (wo übrigens auch die Mörderischen Schwestern Berlin immer ihr Treffen abhalten).


Um die Ecke, in der Dresdner Straße 27,
befindet sich das Café "Ganz Wien"...


... von der (Wiener) Erdbergerin Eva Schuster vor 4 Monaten eröffnet (hier im Bild mit Echo-Mitarbeiter Thomas Strachotta, der meine Lesung betreut).


Das Plakat hat natürlich dasselbe Design
wie jenes der Kriminacht in Wien - soll
es doch als Marke wahrgenommen werden.


Zu meiner Freude treffe ich gleich auf drei bekannte Gesichter - die Mörderischen Schwestern (v.l.) Regine Röder-Ensikat, Dagmar Brodde und Heidi Ramlow nehmen an meiner Lesung teil.


Bevor zu viele Leute da sind, wird noch
schnell das Sponsor-Foto gemacht :))


Während sich der Raum füllt (wir zittern, denn wird die Kriminacht in Berlin angenommen werden?) ...


... tauchen noch weitere Freunde von mir auf - hier in Bildmitte Richard Jurst, der einst in Wien das Antiquariat "Buch & Wein" geführt hat (wo von mir Buchpremieren und Lesungen stattgefunden haben und wo wir AutorInnen Naber/Pittler/Lercher auch die erste Kriminacht von Wien veranstaltet haben). Jetzt ist Richard am Übersiedeln nach Berlin.


Und es kommt auch mein lieber Freund Gerhard Vondruska (seit ewigen Zeiten Exil-Wiener in Berlin), mit dem ich von Stadtwanderungen über Lesungen bis zu langen Nächten schon viel in Berlin erlebt habe.


Als ich die Lesung aus Koubas 6. Abenteuer "Die Spielmacher" starte ...


... kann ich mich (wie auch Eva Schuster) ...


... über ein wirklich volles Haus freuen.


Ich gebe - wie immer - mein Bestes ...


... und darf dann brav signieren.


Dementsprechend bestens ist die Stimmung ...


Die After-Party der Kriminacht findet dann im Valentin Stüberl in der Donau Straße in Neu-Kölln statt.


Ein absolut empfehlenswertes Lokal ...


... wo ich dann auch meine liebe Kollegin und Freundin Beate Maxian "nach getaner Arbeit" treffe. Insgesamt waren wir 10 AutorInnen an
10 Schauplätzen.


Und dann beginnt eine lange Nacht mit vielen Plaudereien - hier Beate Maxian mit David Weiß von Schilddorfer & Weiß (zB "Teufel") sowie mit Franz Schubert von Echo.


Die Nacht dauert so lang, dass ich in meinem Hotelviertel dann noch dringend einen Morgen-Imbiss einnehmen muss.


Was mich nicht daran hindert, auch beim Frühstücksbuffet ordentlich zuzugreifen. Ich muss einmal recherchieren, wieviel Kalorien intensives Reden verbraucht ... :)))


Zum Abschluss gibt es noch einen tollen Blick von der Dachterrasse des "Weinmeisters" Richtung Alexanderplatz ...


... sowie einen auf den Fernsehturm ...


... und schließlich einen beim Anflug auf die wunderbaren Donauauen rund um Wien.


Große Verabschiedung am Flughafen Schwechat von (v.l.) Stefan Slupetzky, David Weiß und Susanne Wiegele - aber wir nehmen es ausnahmsweise mit Leichtigkeit, sehen wir einander doch die Tage darauf beim Treffen der Österreichischen KrimiautorInnen und bei der Wiener Kriminacht in Wien - keine Entzugserscheinungen drohen :)).
 
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