Leipziger Buchmesse 12. bis 14. März 2009



Der Frühling liegt in der Luft, und mit ihm der Start in die Frühlingslesesaison.


Und das große Frühlingsfest der Literaturszene ist natürlich die Leipziger Buchmesse, die mein eigentliches Ziel ist ...


... aber nachdem ich sowieso über Berlin anreise, leiste ich mir einen Tag bei Freunden. Unterkunft finde ich dieses Mal bei meiner lieben Freundin und Krimikollegin Elisabeth Herrmann.


Elisabeth wohnt im ehemaligen Westen
(für Berlinkenner: an der Grenze Willmersdorf-Zehlendorf), ein für mich völlig neues Erforschungsgebiet, stolpere ich doch dort in der Nähe über das Stück Kurfürstendamm ...


... das mir klar macht, warum immer vom Prachtboulevard gesprochen wird.


Ich kannte bislang nur jenes Stück
zwischen Gedächtniskirche und KaDeWe
(im Bild das Hotel "Kempinski").


Die Nobelmarken ...


... und die beeindruckenden Häuser
drängeln sich hier nur so.


Das berühmte Café Kranzler.


Die Gedächtniskirche in der Nähe des Bahnhofs Zoo.


Alles wartet auf den Frühling - ebendort.


Das bekannte Fotomotiv des Eingangs vom Berliner Zoo - alle Touristen schienen das Tor gleichzeitig mit mir fotografiert zu haben, deshalb dieser enge Ausschnitt :)).


Und weil ich zufällig beim Tiergarten lande, steuere ich dieses Mal entschlossen die Siegessäule an - bald zehnmaliger Berlin-Aufenthalt ...


... , und noch nie habe ich sie bestiegen, wobei "steigen" unausweichlich ist, es gibt 285 Stufen, aber keinen Lift.


Das Gipfelkreuzfoto :))) mit dem Blick Richtung Brandenburger Tor.


Mit dem "100er", dem Touristenbus, der eigentlich Linie fährt (Zoo, Ku-Damm, Tierpark, Brandenburger Tor - IM BILD -, Unter den Linden und Alexanderplatz) ...


... erreiche ich dann den Alexanderplatz, nun endgültig vom "Palazzo Prozzo" bereinigt. Sozusagen. Denn angeblich war ja das Asbest für seine Schleifung verantwortlich. Ich finde diese Verleugnung der Vergangenheit schade. Jetzt kommt an diese Stelle angeblich die Fassade des ehemaligen Schlosses (mit modernem Kern) - ein Potemkisches Dorf sozusagen.


Der Fernsehturm am Alexanderplatz -
wenn ich ihn sehe, weiß ich, dass ich
in Berlin bin. Emotional gesehen :)))


Aber natürlich verbinde ich Berlin auch mit meinem längjährigen Freund Gerhard Vondruska, der einst direkt nach der Wende nach Berlin ausgewandert ist und mir schon unzählige Male Quartier am Prenzlauer Berg gegeben hat. Wer ihn in Rokoko-Perücke sehen will, der besuche die Hof-Spielleut', die oft in Charlottenburg umtriebig sind.


Gemeinsam mit seiner Hof-Spielleut'-Kollegin und Lebensgefährtin Astrid Heiland besuchen wir das Lokalviertel in der Nähe der Hackschen Höfe, konkret die Bar Rista, die fast das Flair eines Wiener Kaffeehauses vermittelt.


Am Abend versinkt Berlin inh eiskalten Regen ...


... der ideale Begleiter für eine Odysee, denn ich erhalte eine falsche Wegbeschreibung zu meinem Abendtreffpunkt und lande beim Friedrichstadtpalast. Ich wollte ihn eh schon immer einmal sehen. :)))


Tatsächlich wollte ich in die Kulturfabrik
- übrigens einer der wenigen Orte, wo
man rauchen darf - ...


... zu einem langen Tratsch mit meiner
lieben Freundin Annette Köhler.


Doch der Abend geht noch kommunikativ weiter, denn Elisabeth Herrmann entführt mich schließlich in die Neue Odessa Bar in Mitte ...


... wo wir mit Freunden von ihr in rauchgeschwängerter Luft (!auch hier! :))) noch geraume Zeit die Nacht zum Tag machen.


Am nächsten Tag geht es vom neuen "Glaspalast", dem Berliner Hauptbahnhof ...


... durch die - überschwemmten - Ebenen von Brandenburg und Sachsen ...


... nach Leipzig, dessen Hauptbahnhof (übrigens der größte Kopfbahnhof Europas) auf faszinierende Weise mit Orchideen (!) wunderhübsch geschmückt ist.


Untergebracht bin ich im Ibis - ich mache
übrigens seit Jahren von jedem meiner Hotelzimmer ein Foto, trotzdem verschwimmen
sie mit der Zeit. Das einstige Gefühl
"Hotelzimmer ist der Beginn etwas Aufregenden" hat sich gewandelt in "Hoffentlich hat es eine gute Funktionalität".


Und dann stürze ich mich in den Grund
meiner Reise ...


Und in der Straßenbahn zur Messe erlebe ich gleich die erste liebe Überraschung: Ich treffe meine ehemalige Pressebetreuerin von Rotbuch, Pamela Männel.


Der tolle Zugang zur Messe - die riesige Wasserfläche begeistert mich jedes Mal aufs Neue.


Das Wahrzeichen der Messe.


Und wieder herrscht Gewusel - die Bilanz
am Ende der Messe wird lauten: 147.000 Besucher (2008: 129.000 = plus 14 %),
davon 43.000 Fachbesucher. Auf 65.000 Quadratmetern gab es Neuerscheinungen
von 2.135 Ausstellern aus 38 Ländern.
Rund 2.900 Journalisten aus 23 Ländern
(2008: 2.700 aus 21 Ländern) berichteten.


Mein erster Gang führt mich natürlich an den Stand von meinem Verlag Rotbuch, Teil der Eulenspiegel-Gruppe ...


... wo ich mich über die massive Werbung für meinen 5. Maria-Kouba-Roman
"Die Lebenstrinker" freue.


Der erste Programmpunkt ist gleich ein Interview - allerdings nicht zu "Die Lebenstrinker", sondern zu "Der letzte Engel springt" (4. Kouba-Roman), denn Mirko Schwanitz gestaltet für den ARD-Hörfunk eine Sendung zum Thema "Finanzkrise und Literatur".


Dann taumle ich von einem Wiedersehen ins andere - im Bild meine Syndikatskollegen (v.r.) Wolfgang Schüler und Regine Kölpin mit ihrem Mann Frank.


.. mein lieber Freund Warnfried Altmann aus Magdeburg, der mir bei Lesungen ein paar Mal als Saxophonist zur Seite stand ...


... mein lieber Krimikollege und Freund
Andreas Izquierdo, seines Zeichens auch
einer der drei Syndikat-Sprecher.


Dann wird es offiziell: Eulenspiegel-Verlagsleiter Dr. Matthias Oehme und Agentin Dorothée Engel - kennengelernt haben wir einander einst, als sie bei Rotbuch den Vertrieb machte.


Pressebetreuerin Jutta Becker steht
mir bei der Signierstunde zur Seite.


Und dann treffe ich endlich meine von mir über die Maßen geschätzte Lektorin Lisa Kuppler - wir arbeiten ja immer per Mail und Telefon miteinander und sehen einander kaum.


Dann geht es zu meiner ersten Lesung
im Literaturcafé in Halle 5. Die einführenden Worte hält Rotbuch-Programmchef
Moritz Kienast.


Und ich muss sagen - es ist, wie immer, sehr, sehr aufregend, das erste Mal aus einem neuen Buch zu lesen.


Dann hetze ich durchs nächtliche Leipzig - vorbei an der Oper ...


... und am Gewandhaus ...


... - zu meiner zweiten Lesung in der Galerie "Terra Rossa" am Roßplatz, die ich nicht auf Anhieb finde, weil dieser Roßplatz verdammt groß ist. Ich komme eine Minute nach Lesungsbeginn, auch weil ich das alles mit Pumps abstöckle, was mir sehr peinlich ist - aber die Gäste nehmen das glücklicherweise mit Humor.


In der gut gefüllten, sehr spannenden Galerie hält nun Jürgen Wohltmann, der Rotbuch vertrieblich vertritt, die einführenden Worte.


Die zweite Lesung aus dem Buch halte ich schon wesentlich lockerer.


Der Lohn ist ein guter Buchverkauf :))).


Und ein absolutes Glücksgefühl stellt
sich ein, denn ich erinnere mich an das
Jahr zuvor ...


... als ich wehmütig durch das nächtliche,
vor Lesungen pulsierende Leipzig gestreunt
bin und mir sehnlichst gewünscht hatte,
endlich auch einmal eine der Abendlesungen
in der Stadt halten zu dürfen ...


Aber auch bei dieser Lesung hatte ich freundschaftliche Unterstützung - mit dabei waren (rechts) Regine und Frank Kölpin, Regines Lesungspartnerin KIKA, alias Katalin von Draskoczy (2.v.l.), und mein österreichischer Krimikollege Günther Neuwirth (l.). Wir stärken uns im Maredo.


Dann gibt es angeblich eine junge, hippe Verlagsparty in der Alten Post - doch denkeingeschränkte Türsteher und Eintritt (! bei einer Verlagsparty !) lassen mich kurz nach der Taschenkontrolle (!!!) und kurz vor der Kassa am Absatz umdrehen.


Ich mache es mir dafür in der Nähe des Hotels in einem Pub namens "New Orlean" mit zig Biersorten und Raucherlaubnis gemütlich - mehr mein Ding :))).


Am nächsten Morgen begrüßt mich
eine ganz eigene Wintersonne, die
mich so verzaubert ...


... dass ich mir gleich Häuser, die zum
Verkauf ausgeschrieben sind, anschaue ...


... ich kann nur sagen - glücklicherweise ruft mich der Zug nach Berlin, sonst weiß ich nicht, was ich getan hätte, bei der schönen Bausubstanz, die es in Leipzig gibt :)))).


Aber jetzt gibt es kein Sightseeing in meinem geliebten Berlin ...


... sondern Warten auf dem Flughafen ...


... und Warten - wenigstens bei Sonne ...


.. aber so kann ich wenigstens diese
wundervolle Reise resümieren. Nicht
nur ein Blumenstrauß bleibt ...
 
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