Zu Gast in Alsfeld Ende Juni 2006


Es war einmal eine schöne, kleine Stadt, im schönen Oberhessen gelegen und Alsfeld genannt ...


... die war gefangen in einem Taumel,
bekannt als Fußballweltmeisterschaft ...


... und auf den Weg in diese Stadt machte sich eine Kriminalautorin, genannt Sabina Naber und voll der Frage, würden Worte gegen Bälle gewinnen? Das ist ihre Geschichte ...


Aufgrund einer Lesung im Rahmen der Frankfurter Buchmesse 2005 hat mich der Bürgermeister von Alsfeld auf ein paar nette Tage in der Fachwerkstadt eingeladen. Was ich beim Vereinbaren des Termines im Winter nicht bedacht habe, ist, dass just zu diesem Zeitpunkt ...


... die Fußballweltmeisterschaft in Deutschland stattfinden würde, und was ich schon gar nicht bedenken konnte, war, dass Deutschland derart reüssieren und das ganze Land in einem Taumel liegen würde.


Der erste Leseort ist das das Marktcafé im wunderschönen Hochzeitshaus, einem Renaissancebau aus dem 16. Jahrhundert.
Wird sich der Saal füllen?


Doch Bürgermeister Herbert Diestelmann erweist sich als ein der Literatur und dem Fußball gleichermaßen hingegebener Mann - meine beiden Lesungen finden an den beiden spielfreien Tagen vor dem großen entscheidenen Match Deutschland gegen Argentinien statt.


Und so wird der heimelige Saal erfreulicherweise voll, mit Menschen, die froh sind, dass es einmal etwas anderes als Fußball gibt, und mit Menschen, die, wie der Herr Bürgermeister und ich, beides mögen :)).


Es wird ein schöner Leseabend, bei dem ich ein Potpourri aus allen bislang erschienen Kouba-Krimis bringe.


Und danach zeigen die Menschen, dass sie mehr von Maria Koubas Welt erfahren möchten, was mich natürlich sehr freut.


Am nächsten Tag bekomme ich von
Stadtführer Ralf Jung eine Einführung
in die Geschichte von Alsfeld.
Mit dabei sind seine Frau Lisa und
Bürgermeistersgattin Renate Diestelmann -
im Hintergrund das Weinhaus von 1538.


Die Tour startet am Marktplatz beim spätgotischen Rathaus (r.) aus dem
beginnenden 16. Jahrhundert, rechts
dahinter ist die Walpurgiskirche zu
sehen (13. bis 15. Jahrhundert).


In der Rittergasse. Alsfeld wurde für
seine gut erhaltene Fachwerk-Altstadt
Europäische Modellstadt für Denkmalschutz.


Und so gesehen ist die Stadt ein absoluter
Fall für meinen "Fachinger" ...


... Erklärung siehe Lesereisen im Zuge der Frankfurter Buchmessen 2004 und 2005.


Alsfeld liegt übrigens auf der
Märchenstraße ...


... das ist jene Route, die einst die
Gebrüder Grimm auf ihrer Reise
von Hanau nach Bremen nahmen ...


... und auf der sie all ihre Märchen
gesammelt haben - durch den Grabbrunnen
im Bild kommen übrigens die Kinder
nach Alsfeld ... :))


Bei all diesen Geschichten darf natürlich
ein Besuch im Märchenhaus nicht fehlen -
im Bild das Rotkäppchen in der Schwälmer Tracht,
die mit der original roten Kappe tatsächlich
reales Vorbild für die Märchenfigur gewesen sein könnte.


Die professionelle Märchenerzählerin
Gudrun Grünberg bezaubert uns mit
ihrer wunderbaren Vortragsart.


Außerdem ist im Märchenhaus eine Sammlung von Puppenstuben untergebracht. Die hier gezeigten Stuben und Küchen stammen bis auf wenige Ausnahmen alle aus dem Erzgebirge. Ihre Entstehungszeit reicht von den 50-iger-Jahren zurück bis in die erste Hälfte des
19. Jahrhunderts.


Mit der kurzen Visite der Walpurgiskirche
mit ihren spätgotischen Wandmalereien ...


... landen wir wieder im Zentrum ...


... wo in der Buchhandlung am Marktplatz eine Signierstunde angesetzt ist - im Bild der engagierte Besitzer Helmar Bünnecke.


Am Abend steht meine Lesung im
nicht weit entfernten Schloss Romrod
auf dem Programm.


Beinahe könnte man meinen, die
Gebrüder Grimm hätten sich von diesem Bau
für ihr Dornröschenschloss inspirieren lassen
- oder Walt Disney.


Und wieder erweist sich der von Bürgermeister Diestelmann gewählte Termin als geglückt, denn der Rittersaal ist gesteckt voll.


Erneut hält der Stadtchef eine launige Einführung - launig ist auch die umfangreiche Lesung aus allen drei Kouba-Bänden.


Eine besondere Freude ist, dass der
Stadtchef auch einige Bücher als
Bürgermeistergeschenk signiert haben möchte.


Der Abend klingt wunderbar bei einem Italiener aus - im Bild der Bürgermeister und seine Frau Renate sowie zwei Zuhörerinnen.


Am nächsten Morgen werde ich vom Ersten Polizeihauptkommissar Horst W. Bichl quasi verhaftet ...


... Ziel ist die Polizeistation von Alsfeld -
und ich erwarte eine Art milde Fortbildung,
waren doch drei Polizeivertreter am
Vorabend bei der Lesung in Romrod,
und ich weiß, wie weit wir KrimiautorInnen
oft aus dramaturgischen Gründen vom
tatsächlichen Polizeialltag entfernt sind ...


... doch mich erwarten ein unglaublich
herzlicher Empfang ...


... und ein witziger, charmanter, interessanter und freundlicher Gedankenaustausch.


Ich erhalte liebe Gastgeschenke, unter anderem die Silbermünze der IPA (International Police Association). Gleich ihrem in Esperanto ausformulierten Motto "Servo per Amikeco" (Dienen durch Freundschaft) versucht sie, soziale, kulturelle und berufliche Beziehungen zwischen ihren Mitgliedern ohne Unterschied von Rang, Geschlecht, Rasse, Hautfarbe, Sprache oder Religion zu schaffen. Horst W. Bichl ist der Vizepräsident der Deutschen Sektion.


Für die Hessische Polizei muss man übrigens Matura und einen speziellen Fachhochschulabschluss haben - auch für den Streifendienst.


Am Nachmittag darf ich in einem mir zur Verfügung gestellten Auto die Gegend
erkunden ...


... bevor Gott Fußball wieder die Welt beherrscht.


Der Ausgang des Matches Deutschland gegen Argentinien ist mittlerweile Legende ...


... wie wohl auch die Feierlaune der Deutschen Nation.


Bei einer privaten, abendlichen Führung
auf den Kirchturm ...


... nehme ich Abschied von Alsfeld ...


... beim Match Italien gegen Ukraine,
verfolgt in einem Biergarten, vom
Spannungsfeld Literatur und Fußball-WM ...


... mit einem riesengroßen Danke am
nächsten Morgen von meinem lieben Gastgeber
Bürgermeister Herbert Diestelmann ...


... mit dem Dom zu Fulda von Hessen ...


... und mit dem Aufwiedersehen von Chauffeur Lutz Kern von der Reise.


Wien ruft. Wohin geht wohl die nächste spannende Reise?
 
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